Emotionale Heilung: eine Reise zu Dir selbst ‒ Teil 2

Warum wir sind, wie wir sind, und wie wir werden können, wer wir tief in unserem Herzen sein wollen

27.06.2024

Emotionale Heilung - inneres Kind

Gastautorin: Tatjana Strobel von Living Earth

Lesezeit: lang

Kategorie: Sonstiges

„Genie ist die gewollte Wiederentdeckung der Kindheit.“ ‒ Arthur Rimbaud

Dies ist der zweite Teil unserer Serie zum Thema „Emotionale Heilung“ in Kooperation mit der Living Earth, verfasst von unserer Gastautorin Tatjana Strobel.

Tatjana Strobel ist Sozialpädagogin, Physiognomik- und Facereading-Expertin. Sie liebt den Umgang mit Menschen und unterstützt sie auf ihrem Weg zu Selbstakzeptanz, innerer Zufriedenheit und letztlich ihrer eigenen, tiefsten Essenz.

Die Living Earth ist eine Plattform, die Pionier:innen verbindet, die eine ganzheitliche Vision eines harmonischen Zusammenlebens auf der Erde teilen. Mit Liebe und im Sinne des höchsten Wohls für alles Leben sammeln sie Lösungen für eine regenerative Zukunft, in der alle ihr volles Potential entfalten können.

Hallo! Wie schön, dass du wieder dabei bist und meinen Blog liest!

Wir tauchen heute etwas tiefer ein in unsere Programmierungen und Verhaltensmuster. Ein sehr spannendes Thema, gespickt mit vielen Aha-Effekten – versprochen!

Wenn wir diese erkennen, erleichtert das unser Zusammenleben und die Kommunikation mit anderen Menschen immens.

Wenn wir an uns selbst arbeiten, machen wir der Welt das Geschenk. Alles beginnt mit und bei uns!

Oftmals verstehen wir selbst nicht, warum wir uns im Wege stehen und wieso wir so handeln, wie wir handeln.

Hier kommt heute etwas Licht ins Dunkel und ich gebe dir mögliche Erklärungen und Hintergründe für bestimmte Verhaltensmuster.

Ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Ich gebe meine Erfahrungen der letzten Jahrzehnte wieder.

Du bekommst natürlich auch erprobte Lösungen an die Hand, wie du sie „bearbeiten“ kannst! Erst, wenn du die Ursache deiner Verhaltensmuster kennst, kannst du daraus ausbrechen!

Viele meiner eigenen Programmierungen konnte ich nur mit Hilfe von außen transformieren. Ich sehe es als große Stärke an, sich anderen Personen und Fachleuten anzuvertrauen. Ich habe dabei immer die Botschaft erhalten, dass ich nicht alleine bin und bei weitem nicht die Einzige, die solche Themen hat.

Also, let’s go! Lass uns tief tauchen…

Unbewusste Verhaltensmuster

Muster begleiten fast jeden Menschen – bewusst oder unbewusst. Meist wird das eigene Verhalten erst dann kritisch hinterfragt, wenn Erschöpfungszustände auftreten, das Leben nicht rund läuft, Dinge sich im Kreis drehen, sich der oder die Betroffene leer und ausgebrannt fühlt.

Die gute Nachricht: Von negativen Verhaltensmustern kannst du dich verabschieden, wenn du sie erkannt hast. Das kannst du mit den richtigen Übungen alleine machen, oder du kannst unterschiedliche therapeutische Ansätze nutzen und dir Hilfe suchen.

Die kognitive Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Verhalten erlernt wird. Neue Lernprozesse können ungünstiges Verhalten verändern. Doch warum lernen wir überhaupt etwas, das uns schadet?

Menschen werden durch ihre frühkindlichen Erfahrungen geprägt. Dabei ist unser direktes Umfeld prägend (Eltern, Geschwister, Großeltern).

Diese Prägungen sind wie eine Programmierung, die das gesamte weitere Leben des Menschen beeinflussen. Aus diesen Prägungen der Kindheit entwickeln die Betroffenen sogenannte „Überlebensmuster“. Was in der Kindheit dem eigenen Schutz diente, wird häufig bis ins Erwachsenenalter beibehalten.

Der Konflikt dahinter bleibt ungelöst und verursacht auch Jahrzehnte später noch großes Leid.

Ein Beispiel: das Muster „Konfliktvermeidung“

Die Betroffenen haben in der Kindheit nicht gelernt, ihre Bedürfnisse zu definieren und Wünsche zu äußern.

Aus Angst vor Ablehnung orientiert ihr Verhalten sich an den Erwartungen ihrer Mitmenschen. Das Umfeld erlebt die Vermeidenden als angenehm.

Den oder die Betroffenen macht dieses Muster auf Dauer kaputt. Es kann zu Depression, Esssucht und anderen Kompensationsmustern führen.

Im Gegensatz dazu werden Menschen mit dem Muster „Kontrolle“ von ihren Mitmenschen als anstrengend und einengend wahrgenommen.

Schaffen es Betroffene, ihr Verhalten zu ändern, tun sie damit auch anderen etwas Gutes.

Viele Kontrollstrebende praktizieren eine unglaubliche Selbstdisziplin, um zum Beispiel Kontrolle über die Gesundheit und den Körper zu bewahren. Dies kann soweit gehen, dass der Betroffene hypochondrische Züge zeigt. Hypochondrie ist eine somatoforme Störung, bei der der Patient überzeugt ist, unter einer schweren, körperlichen Erkrankung zu leiden, obwohl kein objektiver, organischer Befund.

Lass uns in den nächsten Blogs eintauchen in die 10 häufigsten Verhaltens- und Überlebensmuster.

Musterverdrängung

Konfliktvermeidung

Grundsätzlich neigen wir alle dazu, Dinge zu verdrängen. Bis zu einem gewissen Grad ist dies auch gut so – sonst würden wir an den Problemen der Welt zugrunde gehen.

Doch die Betroffenen agieren nach dem Prinzip des Vogel-Straußes und drücken aus Selbstschutz alles weg, was sie nicht wahrhaben wollen. Denn was man verdrängt, entzieht sich der eigenen Wahrnehmung und was nicht wahrgenommen wird, kann nicht in Gefühle, Gedanken und Handlungen umgewandelt werden.

Warum wurde die Strategie entwickelt?

Mit dieser Strategie versuchen sie, sich selbst vor den Tücken, den Problemen und Herausforderungen des Lebens zu schützen, da sie sich nicht in der Lage sehen, damit umzugehen.

Die Verdrängung mag auf den ersten Blick beruhigend wirken. Doch in Wahrheit können Themen, die man nicht angeht, Probleme, die man nicht löst, nicht bearbeitet und ad acta gelegt werden.

Eigene Glaubenssätze

„Ich fühle mich zu schwach und kann die Wahrheit nicht ertragen!“

„Ich kann mich den Dingen nicht stellen, weil ich ein Versager bin!“

„Ich bin labil und unterlegen, deshalb verschließe ich die Augen vor der Realität!“

Woher kommt es?

Menschen mit diesem Muster haben in ihrer Kindheit oft Willkür, Gewalt, Unzuverlässigkeit und wenig Zuwendung erlebt.

In solchen Situationen haben sie sich sozusagen aus dem Leben zurückgezogen und die Themen aus einem dissoziierten Zustand betrachtet (als ob es einer anderen Person passiert wäre).

Dadurch haben sie große Angst vor negativen Realitäten, Problemen und unangenehmen Gefühlen entwickelt. Sie haben in ihrer Kindheit keine Strategien erlernt, um erfolgreich damit umzugehen!

Menschen mit dieser Vergangenheit können sich oft nur bruchstückhaft an ihre Kindheit erinnern.

Langfristige Folgen:

Wenn die Betroffenen für längere Zeit verdrängen, kommt es zu einer massiven Ansammlung von Problemen und Ärger, die das gesamte Leben auf den Kopf stellen, Beziehungen zerstören, den Job kosten und Lebensläufe ruinieren können.

Wie empfinden die Mitmenschen?

Für ihre Mitmenschen sind die Verdrängenden oft anstrengend, da sie Konfrontationen meiden und in Konfrontationen als Opfer devot und hilfsbedürftig oder als Täter laut und aggressiv auftreten können.

Geht es dir so? Mach mal den Test!

Welche Aussagen treffen auf dich zu?

• Ich beginne gern Neues, ohne über die Folgen nachzudenken.
• Obwohl mein Bauchgefühl mir sagt, dass irgendetwas nicht stimmt, beachte ich das nicht.
• Dinge, die mich belasten, blende ich einfach aus.
• Ich glaube grundsätzlich an das Gute im Menschen, deshalb sagen meine Freunde oder Familienmitglieder, ich wäre blauäugig oder naiv.
• Manchmal umgehe ich Konflikte in der Hoffnung, sie lösen sich irgendwann von selbst.

Wenn du mehr als 3x „Ja“ angekreuzt hast, ist das Muster „Verdrängung“ wahrscheinlich Teil deines Handelns.

So kannst du dieses Muster bearbeiten

Schritt für Schritt – und durch viel Üben!

Wähle dir ein Thema aus, mit dem du dich nicht gern auseinandersetzt und überlege, was das Mindeste ist, was du tun kannst, um das Problem anzugehen. Was ist die kleinste Einheit, die du leisten kannst?

Zum Beispiel „Ungeöffnete Briefe“: Die sind meist ungeöffnet, weil sie unangenehm und mit viel Arbeit verbunden sind.

Aber: Du kannst sie schon mal sichtbar auf deinen Schreibtisch legen.

Im nächsten Schritt lege den Brieföffner dazu. Bei der Gelegenheit kannst du die Briefe in Schritt 3 schon mal öffnen. Vielleicht schaffst du Schritt 4: Lies dir einen Brief durch usw.

Manchmal schaffst du es vielleicht nur bis zu Schritt drei, dann probiere es am nächsten Tag gleich noch mal. Wiederhole die Übung so lange, bis du das Problem gemeistert hast!

Umgang mit Kindern

Was du tun kannst, damit Kinder dieses Muster nicht entwickeln:

Auslöser für dieses Muster sind Willkür, Gewalt, Unzuverlässigkeit und zu wenig Zuwendung. Dabei müssen das gar keine großen Dinge sein. Willkür empfinden Kinder, wenn sie das Gefühl haben, keinen Einfluss nehmen zu können. Wenn wir Dinge über ihren Kopf hinweg entscheiden und sie vor vollendete Tatsachen stellen. Manchmal gibt es Dinge, die nicht anders gehen. Zum Beispiel der Umzug in eine andere Stadt.

Dann ist es wichtig, das Kind zu begleiten, seine Trauer und seine Wut zuzulassen und zu akzeptieren. Dem Kind signalisieren: es ist okay, so zu fühlen.

Zuverlässig sein. Absprachen mit Kindern sind genauso wichtig wie mit Erwachsenen. Wenn wir eine Absprache nicht einhalten können, sollten wir das Kind rechtzeitig informieren. Wir sollten es allerdings nicht zu oft tun.

Zuwendung meint ungeteilte Aufmerksamkeit. Also ganz bewusste Zeit mit Kindern ohne Handy, Emails und Co. Das muss nicht 24 Stunden am Tag sein. Aber wir sollten Kindern täglich auch ein Stückchen ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Versetze Dich in ihre Lage. Wie empfindest du es, wenn dein Gesprächspartner telefoniert oder seine Mails checkt?

Das Helfersyndrom

Kindheit Junge

Eigene Glaubenssätze

„Ich bin wertlos, deshalb muss ich etwas leisten!“

„Ich bin nicht genug!“

„Ich muss helfen, um gesehen zu werden!“

Woher kommt es?

Menschen mit diesem häufig auftretenden Muster wurden in ihrer Kindheit nicht als eigenständige und wertvolle Persönlichkeiten wahrgenommen. Sie wurden nur beachtet, wenn sie etwas leisteten oder Gutes für andere taten. Dadurch entstand dieses Lebensmuster. Der Mensch mit einem Helferkomplex fühlt sich nur dann wertvoll und nützlich, wenn er anderen helfen kann und Lösungen für ihre Probleme bietet.

Dahinter steckt die große Angst, nicht gesehen oder ernst genommen zu werden, wenn er diese unterstützende Rolle nicht einnimmt.

Die Folgen:

Diese Menschen neigen dazu, sich an hilfsbedürftige und problembehaftete Menschen zu binden, da sie glauben, sie retten und unterstützen zu können. Sie gehen vollkommen in dieser Aufgabe auf.

Die Gleichung lautet hier: Du bist auf mich angewiesen, also bleibst du bei mir.

Doch diese Gleichung geht nicht auf.

Der Helfende übernimmt die Verantwortung, kämpft bis zur Erschöpfung und entwickelt sogar Schuldgefühle, Teil der Probleme des anderen zu sein.

Das Abhängigkeitsverhältnis dreht sich schnell, da man weder helfen noch sich vom anderen lösen kann. Es entsteht eine Ohnmacht.

Dies kann schnell zu Erschöpfungsdepressionen oder Burnout führen. Gleichzeitig werden diese Menschen von ihren Partnern oder „Patienten“ oft schlecht behandelt und ihre eigenen Bedürfnisse werden nicht gesehen.

Sie dienen ihrer Umwelt als Abladestelle. Menschen, die fest im Leben stehen, lösen bei ihnen Gefühle der Unterlegenheit aus. Ein Teufelskreis, in dem der Helfende sich aufopfert, kämpft und sein Bestes gibt, um ein guter Mensch zu sein – und am Ende immer wieder mit Ängsten konfrontiert wird, versagt zu haben, wertlos und schlecht zu sein.

Depressionen, Burnout und Kompensationen mit Essen, Alkohol oder Drogen können die Folgen von unterdrückten Bedürfnissen und Gefühlen des Helfersyndroms sein.

Wie empfinden die Mitmenschen?

Helfende und Aufopfernde hat man gerne in seinem Umfeld. Sie sind zuverlässig und da, wenn man sie braucht. Sie tragen gerne die Verantwortung und werden aktiv. Der Satz „ Einen kleinen Finger geben, die ganze Hand wird genommen“ verdeutlicht, dass Helfende gerne ge- und benutzt werden.

Geht es dir auch so? Mach den Test!

Welche Aussagen treffen auf dich zu?

  • Ich helfe vielen Freunden und Familienmitgliedern.

  • Wenn jemand in meinem Umfeld Probleme hat, kommen sie oft zu mir.

  • Ich fühle mich gut, wenn ich gebraucht werde.

  • Oft unterstütze ich andere, obwohl ich weder die Kraft, die Zeit noch die Lust dazu habe.

  • Ich arbeite in einem Beruf, in dem Helfen und Unterstützen eine große Rolle spielen.

Wenn du mehr als 3-mal „Ja“ angekreuzt hast, ist das Helfersyndrom wahrscheinlich ein Teil deines Handelns.

So kannst du dieses Muster bearbeiten

Schritt für Schritt – und durch viel Üben!

Lerne, NEIN zu sagen! Das kann man üben.

Am Anfang fällt es dir vielleicht noch schwer, aber mit der Zeit wird es leichter und so schaffst du dir nach und nach mehr Raum und Zeit für deine eigenen Bedürfnisse.

Mache dir immer wieder bewusst, dass du deinem Gegenüber mit deinem Nein ebenfalls einen Gefallen tust.

Finde heraus, was Du wirklich magst, und was deine Bedürfnisse sind.

Solange du mit anpackst, verbleibt die Person in einer abhängigen Beziehung und verlernt die Eigeninitiative, was keinem von euch beiden gut tut.

Umgang mit Kindern

Was du tun kannst, damit Kinder dieses Muster nicht entwickeln:

Kinder müssen wissen, dass sie richtig sind, so, wie sie sind. Dazu ist es erforderlich, dass sie wertschätzende Beziehungen auf Augenhöhe erleben.

Zuwendung und Aufmerksamkeit dürfen nicht an korrektes Verhalten oder Leistung gebunden sein. Eine sehr schöne Übung dazu ist, dem Kind zu sagen, was du an ihm magst. Oft wissen die Kinder gar nicht, was Erwachsene über sie denken und freuen sich riesig über positive Rückmeldungen.

Muster: Narzissmus – übersteigertes Selbstwertgefühl

Narzissmus

Glaubenssätze dahinter:

„Ich bin ein Misserfolg!“

„Ich bin wertlos und unfähig!“

„Ich bin minderwertig!“

„Ich muss alles alleine bewältigen!“

Woher kommt es?

Die Betroffenen haben in ihrer Kindheit gelernt, dass sie ohne Wert sind und als Versager angesehen werden. Schon früh sehnten sie sich nach Anerkennung und Aufmerksamkeit. Diese Suche begleitet sie durch ihr ganzes Leben. Ihre größte Angst ist, dass die negativen Urteile über sie wahr sind und sie wirklich erfolglos sind.

Die Folgen:

Um ihr negatives Selbstbild zu verdrängen, haben sie sich ein ideales zweites Selbst erschaffen. Sie überkompensieren ihre tief verwurzelte Angst vor Versagen und dem Gefühl, unwichtig und wertlos zu sein, mit übertriebener Selbstliebe und Selbstbeweihräucherung.

Narzissten setzen alles daran, sich von der Masse abzuheben und etwas Besonderes zu sein. Dies kann sich auf ihr Aussehen, ihre intellektuellen Fähigkeiten und vieles mehr beziehen.

Sie streben nach Schönheit, Ruhm, Ehre, Macht, Wissen und Anerkennung. Oft gelingt es ihnen, diese Rollen einzunehmen, und man findet sie in einflussreichen Positionen.

Sie haben ein feines Gespür für die Schwächen anderer Menschen und stoßen gerne in diese Wunden. Sie tun dies, weil sie Schwächen im Allgemeinen nur schwer ertragen können, sowohl ihre eigenen als auch die anderer Menschen.

Zudem lenkt die laute und oft beleidigende Kritik von ihren eigenen Unsicherheiten ab und lässt sie sich vorübergehend besser fühlen.

Solange sie bewundert und verehrt werden, bleiben sie liebenswert und aufmerksam. Ändert sich jedoch die Ansicht oder wird Kritik geäußert, verlieren sie an Glanz und können schnell zu aggressiven Gegnern werden. Die vermeintlich starke Fassade bröckelt, wenn sie angegriffen oder vom Sockel gestoßen werden. Sie werden schnell verletzlich, sind extrem empfindlich und reagieren mit Wut und Groll, die sich bis zu Hass steigern können.

Wie empfinden die Mitmenschen?

Mit ihrem destruktiven Verhalten lösen sie bei anderen genau das aus, was sie selbst nicht ertragen können und wovor sie sich fürchten und flüchten: Unsicherheit und Minderwertigkeitsgefühle. Sie betonen ständig ihre eigenen Leistungen, Besitztümer und Erlebnisse, um sich von der Masse abzuheben. Sie betrachten sich selbst als die Besten, Schönsten und Tollsten.

Auf den ersten Blick erscheinen Narzissten interessant, charmant und unterhaltsam. Sie genießen ein hohes Ansehen und können Menschen kurz- oder langfristig faszinieren, je nachdem, wie sehr man sich von ihnen blenden lässt.

Geht es dir so? Mach mal den Test!

Welche Aussagen treffen auf dich zu?

  • Ich habe oft das Gefühl, der Größte zu sein.

  • Ich schaue gerne zu Menschen auf, die etwas erreicht haben, und orientiere mich an ihnen.

  • Nur das Beste ist gut genug für mich.

  • Wenn ich scheitere, erlebe ich für einige Tage einen totalen Zusammenbruch und hinterfrage alles.

  • Wenn ich abgelehnt oder kritisiert werde, kann ich diese Menschen nicht mehr in meiner Umgebung ertragen.

Wenn du mehr als 3 Mal „Ja“ angekreuzt hast, ist es wahrscheinlich, dass das Muster „Übersteigertes Selbstwertgefühl“ Teil deines Verhaltens ist.

So kannst du dieses Muster verändern

Schritt für Schritt und durch viel Übung.

Du hast bereits so viel in deinem Leben erreicht – es ist an der Zeit, dass du diese Erfolge auch wirklich anerkennst und in dich aufnimmst.

Nimm einen Block und einen Stift zur Hand und notiere alles, was du aus eigener Motivation heraus geschaffen hast. Mache es zur Gewohnheit, diese Übung einmal pro Woche durchzuführen. Wähle dafür einen bestimmten Tag und mache ein Ritual daraus.

Mach ein Date mit dir selbst, bei dem du auf deine Erfolge der Woche zurückblickst. Achte dabei auch auf die kleinen Dinge. Ein perfekt gebackener Kuchen, regelmäßige Spaziergänge, ein mutiges Nein, das du ausgesprochen hast, usw.

Du verdienst es, gesehen und geliebt zu werden. Und du wirst es schaffen, wenn du dich selbst authentisch und ehrlich wahrnimmst.

Denke daran, dass es zu jedem Thema mehrere Meinungen geben kann und dass Feedback, solange es wertschätzend und konstruktiv ist, hilfreich und fruchtbar ist.

Probiere es bei öffentlichen Veranstaltungen einmal aus, gegen deine Bedürfnisse ruhig und besonnen aufzutreten, und beobachte, was passiert. Du wirst anders wahrgenommen werden und vielleicht Menschen begegnen, die von deiner Persönlichkeit angezogen werden – nicht von dem, was du vorgibst zu sein. Lerne, du selbst zu sein und zeige deine authentische Seite. Dadurch wird sich dein gesamtes elektromagnetisches Feld verändern und dir neue Erkenntnisse schenken.

Umgang mit Kindern

Was du tun kannst, damit Kinder dieses Muster nicht entwickeln:

Gib Kindern Anerkennung und Aufmerksamkeit, unabhängig von ihrer Leistung und ihrem Erfolg. Würdige den Weg, den sie gerade gehen. Werte Kinder und ihre Anstrengungen nicht ab.

Oft geschehen solche Abwertungen unbewusst. Wenn zum Beispiel ein dreijähriges Kind sagt, dass es ein Star oder ein Nobelpreisträger werden will, sollten wir dies nicht belächeln. Nimm Kinder und ihre großen Träume ernst. Nicht selten werden diese Wirklichkeit!

Danke für Deinen Mut! Es braucht diesen nämlich, um sich selbst zu begegnen….

Wenn Du etwas teilen möchtest, oder dir Unterstützung mit deinen Erkenntnissen wünscht, melde Dich gerne unter Tatjanastrobel@icloud.com.

Im nächsten Blogartikel gehen wir der Kontrolle, Macht, Lüge und Rollenspielen, dem unsicheren Kind auf die Schliche.

Bis ganz bald!

Herzlichst,

Tatjana

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